Hamster

Der ideale Käfigstandort für einen Hamster ist dort, wo ein dämmerungs- und nachtaktives Tier tagsüber ungestört schlafen kann. Bei gedämpfter Raumbeleuchtung, 18 bis 23° C Zimmertemperatur und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40-60% fühlt sich ein Hamster besonders wohl. Ungeeignet sind Räume, in denen viel geraucht und das Tier von ständigen Hintergrundgeräuschen gestört wird.

Ideal ist ein erhöhter Platz im neuen Zuhause. Ein Tisch oder ein Unterschrank bieten dem Hamster den nötigen Überblick. Der ideale Hamsterkäfig hat eine Größe von 100 cm Seitenlänge, 40 cm Tiefe und 40 cm Höhe - ein Käfig kann aber niemals zu groß sein! Die Höhe der Bodenwanne sollte 15 cm betragen. So bleibt die Einstreu, wo sie hingehört, und der Hamster kann in aufgerichteter Körperhaltung noch den Rand überschauen. Die Einstreutiefe sollte mindestens 10 cm betragen, da Hamster Wühler sind.

Die Vergitterung muss waagerecht sein, damit der Hamster klettern kann. Dabei dürfen die Gitterstäbe nur einen Abstand von 12 mm voneinander haben. Hat der Käfig eine entsprechende Größe, sollte man mehrere absturzsichere Etagen in ihn einziehen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind Hamster keine guten Kletterer. Sie klettern zwar gern an den Stäben nach oben, aber oben angelangt lassen sie sich oft einfach fallen, da sie die Distanz zum Boden nicht abschätzen können. Sie springen einfach - egal ob 10 cm oder 1 m. Daher sollte die Falltiefe von jeder Etage möglichst 20 cm nicht überschreiten und ggf. weich mit Streu gepolstert sein.

Zum Inhalt des Käfigs ist anzumerken, dass ein Schlafhäuschen für den nachtaktiven Hamster natürlich besonders wichtig ist - besser sind zwei, da Hamster gern einmal den Schlafplatz wechseln. Schlafhäuschen sind aus Holz , Pappe oder Keramik (Kundstoffhäuschen sind nicht atmungsaktiv und verursachen durch das entstehende Schwitzwasser häufig Pilz- und andere Hauterkrankungen) und haben eine Seitenlänge von 15 bis 20 cm und eine Höhe von 8 bis 10 cm.

Über ein Laufrad freut sich der Hamster, weil er darin seinen Bewegungsdrang stillen kann. Es sollte möglichst groß und unfallsicher sein. Hierbei ist unbedingt zu beachten, dass die Lauffläche und Rückwand des Laufrades komplett geschlossen sind. Metall-Laufräder, deren Lauffläche nicht geschlossen ist, verursachen häufig abgerissene Hoden und Beinbrüche. Laufräder mit offener Rückwand verursachen einen Schereneffekt, durch den der Hamster regelrecht geköpft werden kann. Der Durchmesser für einen Goldi/Teddy sollte mindestens 25 cm oder mehr betragen. Nur dann kann der Hamster laufen, ohne dass er seinen Rücken durchbiegen muß. Diese Haltung führt häufig zu Bandscheibenvorfällen. In die handelsüblichen kleinen Plastiklaufräder passen normale Goldhamster nur in gekrümmter Körperhaltung hinein.

Das Laufrad ist aber keinesfalls ein Ersatz für den täglichen Auslauf im abgesicherten Zimmer. Da die meisten Zimmer für einen Hamster zu gefährlich sind, empfiehlt es sich, einen (sicheren) Teil des Zimmers mit einer Abrenzung aus Spanplatten oder Pappelsperrholz abzusperren.

Als Nestmaterial dienen Heu, Stroh, dünne Zweige, Papierschnitzel und Zellstoff. Vor Watte muss gewarnt werden, weil der Hamster sich die dünnen Fäden leicht um seine Füße schlingen kann, die dann absterben können.

Als Futternapf eignet sich ein flaches Keramikschälchen am besten. Um das Trinkwasser hygienisch suber zu halten, haben sich die Nippeltränken, außen am Käfig angebrachte Trinkflaschen bewährt.

Die sorgfältige Reinigung von Käfig und Zubehör ist von großer Bedeutung. Sie wird in ihrer Wichtigkeit leider oft unterschätzt. Die Urin-Ecken sollten jeden Tag entfernt und die komplette Einstreu sollte wenigstens einmal pro Woche gewechselt werden, bei entsprechend großem Käfig kann der Abstand zwischen Komplettreinigungen auch größer sein. Bei so einem Einstreuwechsel werden Käfig und Zubehör mit heißem Wasser abgewaschen, ebenso Futternapf und Trinkflasche. Achtung, keine Desinfektionsmittel verwenden!

Hamster sind als sensible und nachtaktive Tiere kein "Spielzeug" für kleine Kinder. Sorgsame Pflege und ein behutsamer Umgang mit ihnen sind wichtig, dann können sie auch sehr zutraulich werden. Untereinander sind Hamster leider in der Regel unverträglich, daher gilt die Regel: ein Hamster - ein Käfig. Sie sind auch sehr vermehrungsfreudig, daher müssen männliche und weibliche Tiere unbedingt getrennt gehalten werden.

Der Hamster benötigt täglich 15 bis 20 g Futter. Empfehlenswert ist ein hochwertiges Alleinfutter, welches alle wichtigen Nährstoffe und tierische Proteine bereits enthält. Darin sind verschiedene Getreidesorten, Sonnenblumenkerne, Nüsse u.ä. bereits enthalten. Keinesfalls sollte altes Brot gefüttert werden. Backwaren sind schädlich für Hamster. Zum Nagen bietet man Zweige an. Auch ein harter Hundekuchen wird gerne genommen (ohne Zucker und Taurin!) Als Saftfutter kommen z.B. Salat (wenig wegen Nitratbelastung), Tomate (wenig wegen Oxalsäure), Möhren, Gurken, Äpfel, Birnen, selbst gezogenes Katzengras , Löwenzahn aus dem Garten (nicht vom Straßenrand) in Frage. Hamster dürfen keinesfalls Kohl (bläht), Lauch, Zwiebeln, Grün von Tomaten (giftig) oder Steinobst (Pflaumen etc.) bekommen. Auch das Holz von Steinobst sollte genauso wie Nadelhölzer (Reste von Verharzungen verkleben Backentaschen) nicht gereicht werden.

Hamster benötigen auch tierisches Eiweiß. Bei Eiweißmangel sind die Tiere allgemein geschwächt, magern ab und ihre Muskeln bilden sich zurück. Eiweiß füttert man in Form von Joghurt, Quark, Buttermilch, Rindertartar (bitte auf Verderb im Käfig achten - Salmonellengefahr), Mehlwürmern und hartgekochtem Ei zu. Anderes Fleisch als Rindertatar (z.B. Schweinefleisch) sollte gemieden werden, insbesondere wegen des Fettgehaltes.

Beim Eiweiß ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Junge Tiere benötigen mehr Eiweiß als ältere Tiere. Bis 1 Jahr können z.B. ca. 2-3 TL Jogourt pro Woche zusätzlich zum eiweißhaltigen Hauptfütter gegeben werden. Ist der Hamster über 1 Jahr so sollte auf zusätzliche Eiweißfütterung verzichtet werden, sofern das Hauptfutter bereits Eiweiß enthält. Zuviel Eiweiß kann z.B. Gicht, Nierenprobleme, Harngries u.ä. verursachen. Ein hochwertiges, ausgewogenes Hauptfutter ist daher unentbehrlich, denn es ist speziell auf die Bedürfnisse von Hamstern abgestimmt.

Entgegen der allgemeinen Meinung braucht der Hamster bei ausgewogener Ernährung keinen Salzleckstein. Die meisten Hamster ignorieren so einen Stein ohnehin. Falls aber daran geknabbert wird, kann dies sogar schädlich auswirken.

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Diese Seite entstand im Rahmen des Projektes von Jenny Grahlmann im Freiwilligen Ökologischen Jahr 2004/05. Wir danken Frau Roswitha Pohl, die den Text kritisch durchgesehen und die Fotos zum Artikel beigetragen hat.

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